Dr. rer. nat.
Wilfried Nolte

Borreliose - eine verharmloste Seuche

Über Borreliose – manchmal auch Syphilis des Waldes genannt – ist schon viel geschrieben worden, meist verharmlosend wie „ Im Gegensatz zu FSME ist Borreliose gut behandelbar“. Das Gegenteil ist der Fall. Schulmedizinisch ist Borreliose unheilbar und tödlich. Als Betroffener und ggf. als künftig Betroffener sollte man sich auskennen und die Verantwortung für seine Gesundheit keinesfalls an der Schwelle zur Arztpraxis abgeben.

Ursache der Krankheit sind Borrelien, spiralförmige Bakterien (Spirochäten), die Flagellen besitzen, ähnlich wie kleine Beinchen. Durch ihre Form und die Flagellen sind sie gut beweglich und können ihren Aufenthaltsort aktiv aufsuchen. Die Infektion soll nur durch Zeckenstich (vermutlich um 70%) und den Stich blutsaugender Insekten möglich sein. Wahrscheinlich ist auch die Infektion über Körperflüssigkeiten möglich. Die Zahl der jährlichen Neuinfektionen in Deutschland wird auf 60 bis 100.000 geschätzt. Damit dürfte die Zahl der an Borreliose Leidenden über 2 Millionen betragen.

Über Schutz vor Zecken und ihrer Entfernung nach Einstich sowie Schutz vor Insektenstichen wurde schon so oft geschrieben, daß dieses Thema nur mit diesem Satz erwähnt werden soll.

Die Krankheit beginnt meist mit einer sogenannten Wanderröte – eine sich ausbreitende Hautrötung rund um die Stichstelle. Außerdem fühlt sich der Patient krank wie bei einem grippalen Infekt. Die Rötung verschwindet wieder, egal ob mit Antibiotika behandelt oder nicht. Danach ist für Wochen bis Monate, in Einzelfällen Jahre, Ruhe.

Dann geht es wieder los: Gelenkentzündung, Nervenlähmung, Gefäßverschluß, Sehstörung, Herz-rhythmusstörung – einzeln oder auch in Kombination. Spätestens jetzt geht der Kranke zum Arzt. Nach einer Antibiose mit Doxycyclin verschwinden die Symptome wieder. Ein Gefäßverschluß kann bestehen bleiben. Diese Krankheitsschübe wiederholen sich eventuell noch einige Male.

Richtig kritisch wird es später, meist erst nach einigen Jahren. Fieber, Schüttelfrost, Kopfschmerz, Verwirrtheit, Desorientiertheit, Sprechstörung, Lesestörung, Gedächtnisstörung, Dämmerungssehstörung, Gesichtsfeldausfall, Wirbelsäulenschmerzen, Gelenkschmerzen (auch von Gelenk zu Gelenk springende), Verstopfung, Durchfall, Herzrasen, Lärmempfindlichkeit, Lähmungserscheinungen, Epilepsie, Depressionen, sexuelle Störungen, Leistungsabfall, Müdigkeit. Diese Symptome können einzeln, kombiniert oder auch nacheinander auftreten. Von diesem Zeitpunkt an wird es keine Beschwerdefreiheit mehr geben. Die chronische Entzündung kann auch zur Ausbildung von Tumoren führen.

Welche Diagnosemöglichkeiten gibt es?
Der Arzt stützt sich fast immer auf die Serologie, d. h. auf die Bestimmung der borreliose-spezifischen Antikörper im Blutserum. Außerdem gibt es noch die Möglichkeit, Borrelien-DNS in Körperflüssigkeiten nachzuweisen (PCR-Methode) oder die Borrelien aus eben diesen Flüssigkeiten anzuzüchten und mikroskopisch zu bestimmen. Die Serologie ist wenig zuverlässig. Es gibt positiv- falsche und negativ-falsche Resultate. Nach einigen durchgeführten Antibiosen liefert sie gar keine positiven Resultate mehr, d. h. die Ergebnisse sind „keine akute Borreliose“. Die anderen beiden Methoden sind relativ teuer und setzen voraus, daß wirklich Borrelien in der Probe sind, was nicht immer der Fall ist.

In dem zuletzt beschriebenen Stadium (chronisches Stadium oder Stadium III) wird der Arzt dann sagen: Die Borreliose ist geheilt; denn der Antikörpertiter ist jetzt ganz niedrig. Dann bekommt der Patient eine andere Krankheit „zugeteilt“. Je nach Symptom soll er dann an Rheuma, Chronisches Müdigkeitssyndrom, Amyotrophische Lateralsklerose, Multiple Sklerose, Hyperchondrie, Parkinson, Epilepsie, Fibromyalgie, Alzheimer, Carpaltunnel-Syndrom oder sonst was leiden. Nun hat eine schlimme Leidenszeit für den Patienten begonnen. Bekommt er Kortison verordnet, so kann, da das Immunsystem unterdrückt wird, die Krankheit noch schneller fortschreiten.

Wie kommt man aus diesem Diagnose-Dilemma?
Einige Heilpraktiker wissen Rat. Sie diagnostizieren mittels Dunkelfeld-Mikroskopie. Da kann man die Borrelien in roten Blutzellen sehen. Und man sieht auch, daß nach etwa 20 Minuten die Borrelien die Zellen verlassen. Aber es geht auch mit einem Bio-Tensor.

Was ist im Körper des Patienten passiert?
Die Borrelien suchen, nachdem sie in den Wirt gelangt sind, schnellstens in Zellen zu gelangen, in Blut- oder Gewebezellen. Auf dem Weg dahin treffen sie auf Bestandteile des Immunsystems. Das Immunsystem bekämpft die Borrelien, wird aber nicht so leicht damit fertig. Deshalb löst das Immunsystem eine Entzündung aus: die Wanderröte. Am Ende der Schlacht ist ein Teil der Borrelien vernichtet, der andere Teil befindet sich in Sicherheit, nämlich in Körperzellen. Mit Hilfe der vernichteten Borrelien produziert das Immunsystem nun spezifische Antikörper. Diese sind also erst mit Zeitversatz von 2 bis 3 Wochen zu finden.
Nach einiger Zeit wiederholt sich das Spiel. Es kommt zu erneuten Entzündungen (Stadium II). Antibiotika unterdrücken die Symptome. Sie verschwinden wieder. Antikörper können 2 bis 3 Wochen nach Beginn der Entzündung nachgewiesen werden.

Die Borrelien haben nun zwei ganz unangenehme Eigenschaften. Sie lernen mit der Zeit das Immun-system auszutricksen (möglicherweise weil das Immunsytem durch die Antibiosen geschwächt ist). Es konnte beobachtet werden (Mertes) wie nicht weniger als sieben Borrelien einen Leukozyten verließen. Anscheinend vermehren sich die Borrelien sogar in den Zellen des Immunsystems. Als Folge entstehen keine neuen spezifischen Antikörper mehr (Serologie-Ergebnis negativ).

Und die neuen Symptome?
Sie sind Folge der zweiten unangenehmen Eigenschaft. Die Borrelien produzieren ein Stoffwechselprodukt, ein Neurotoxin1. Dieses ist lipophil und lagert sich an die Nervenscheiden an. Ein großer Teil der Schmerzen und sonstigen Beeinträchtigungen im chronischen Stadium wird von diesem Neurotoxin verursacht. Sie lassen sich auch nicht mehr durch eine Antibiose beseitigen. Das Neurotoxin befällt auch die Sehnerven, was zu einer Beeinträchtigung im Kontrastsehen führt. Dadurch ist es möglich, die Neurotoxinbelastung mit einem VCS-Test zu diagnostizieren (wird z.B. durchgeführt in der speziellen Borreliose-Sprechstunde im Klinikum Ansbach, Prof. Dr. Hartmann, Dr. Müller-Marienburg) Die Neurotoxinbelastung steigt mit der Zeit, d.h. der Körper kann die Mengen, welche die Borrelien produzieren nicht gleichzeitig ausscheiden. Man kann jedoch mit Hilfe von Colestyramin eine Reduktion der Neurotoxinbelastung erreichen und damit die Schmerzen lindern.
Heilung?

Man muß die Borrelien erwischen, wenn sie die Zelle verlassen. Langzeitantibiose wird in der Literatur vorgeschlagen. Aber ehe alle Borrelien die Zellen verlassen haben, ist der Patient an den Nebenwirkungen der Antibiotika gestorben. Kolloidales Silber ist ebenso völlig wirkungslos.

Hilfe bietet die Alternativmedizin. Nosodentherapie und - wahrscheinlich besser und rascher - Bioresonanz-Therapie führen zur Heilung. Die Borrelien und ggf. weitere Erreger werden eradiert, d.h. im Körper des Patienten ausgerottet. Unterstützt werden kann die Therapie durch homöopathische Mittel und einem Wiederaufbau des Immunsystems.

Was sollte man noch wissen?
Borrelien werden auch gefunden in Stechmücken, Flöhen, Termiten ferner in Samen, Harn, Blut, Speichel und Liquor, Muttermilch, auch Kuh- und Ziegenmilch. Das bedeutet, es gibt weitere Infektionswege. Viele Patienten können sich deshalb an keinen Zeckenstich erinnern.

In der Literatur werden Superinfektionen beschrieben. Daran sind neben Borrelien weitere Mikroben beteiligt: Babesien (u. a. Panzytopenie, Enzephalopathie) oder Ehrlichien (u. a. chronische Müdigkeit). Man findet auch Mycoplasmen und praktisch immer Chlamydien. Es sieht so aus, daß die opportunistischen Chlamydien (in ca. 80% der deutschen Bevölkerung vorhanden) durch die Borrelien erst richtig pathogen werden. Mehrere Borreliose-Symptome – wie z.B. Herzrasen entsprechen der Symptomatik der Chlamydien-Infektion. Das sieht ganz nach einem Zusammenwirken von Borrelien und Chlamydien aus. Chlamydien vermehren sich übrigens auch in Zellen des Immunsystems. Diese Coinfektionen müssen ebenfalls therapiert werden.

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